Eigentlich dachte ich ja, dass es sich beim Loro-Parque um eine Touristenfalle handelt.
Trotzdem haben wir uns zu einem Besuch entschlossen und wurden eines Besseren belehrt.
Schon die Landschaftsgestaltung des Parks ist absolut sehenswert. Bemerkenswert ist aber, dass es sich hier nicht um die bloße Zurschaustellung von Tieren und anderen Attraktionen handelt - (Deshalb mag ich persönlich keine Zoos) - sondern alles auf Umweltbewusstsein und Naturschutz ausgerichtet ist.
Das geht von der artgerechten Haltung der zahlreichen Tiere, bis zu den genialen (sorry das muss ich erwähnen :-) Toiletten, die weitgehend ohne Wasser auskommen.
Die Tiere und Pflanzen sind nicht nur zum "Begaffen" hier, sondern es handelt sich überall um sehr konkrete Projekte zum
Umwelt- und Artenschutz. siehe: Loro-Parque-Foundation . Der Park ist absolut perfekt organisiert und auch die zahlreichen Shows lassen den -zugegeben recht hohen- Eintrittspreis von dzt. 31 Euro durchaus als gerechtfertigt erscheinen.
Die Gorillas hier sind alles Männchen, die es in anderen Zoos nicht geschafft haben "Anführer" ihrer
Gruppe zu werden und deshalb hierher übersiedeln mussten. Eine reine Junggesellen-WG :-)
Planet Penguin ...
... ist größte Eisberg außerhalb der Antarktis !!
Die Pinguine haben volle Bewegungsfreiheit und können im Schwimmbecken mit 600.000 Liter Fassungsvermögen ungehindert schwimmen.
Konstante Kälte und von oben rieselnder Schnee (täglich werden 12 Tonnen Schnee bewegt) sorgen für eine vertraute Atmosphäre. Im Sommer gibts für die Tiere mehrere Monate nur Dämmerlicht, was den natürlichen Winter-Lichtverhältnissen ihrer Umwelt entspricht. Man kann auf einem Förderband langsam um die gesamte Anlage fahren. Die beeindruckendste Kombination von Technik und Natur, die ich bisher gesehen habe.
Die Tiger, Jaguare und der Aligator haben es lieber gemütlich und warm ...
Die Anlage in der die Orca-Show stattfindet wird derzeit leider renoviert und es finden keine Shows statt.
Deshalb bekamen wir die Möglichkeit beim Training in einem Bereich zuzuschauen, der Besuchern normalerweise nicht zugänglich ist. Das stellte sich als Glücksfall heraus weil wir viel näher ans Becken herankonnten, als es bei den regulären Shows möglich ist. Meine Kamera war sehr spritzwassergefährdet :-)
Die 6 Orcas wurden nicht irgendwo in der Natur eingefangen, sondern wurden von Seaworld in den USA nach Teneriffa gebracht, weil es dort für sie zu eng wurde. Ich halte persönlich nicht viel von "dressierten" Tieren.
Bei den Orcas, Delfinen und Seelöwen im Loro-Parque habe ich allerdings keineswegs den Eindruck gehabt, dass man die Tiere mit irgendwelchen dubiosen Methoden zwingt, etwas zu tun, was sie im Grunde gar nicht wollen. Es schaut vielmehr so aus als ob sie mit Freude dabei wären. Es kommt mir so vor, als ob sie ohne das Training für die spektakulären Shows "unterfordert" wären und vor Allem die Rolle als "Stars" irgendwie genießen.
Natürlich ist es auch toll für uns Menschen diese Tiere mal ganz aus der Nähe zu erleben und ich denke, dass so auch ein gewisses Bewusstsein für den Schutz der in Freiheit lebenden Meeressäuger geschaffen wird.
Im Vergleich zu den mächtigen Orcas kann man bei der Delfin-Show noch mehr Spieltrieb erleben. Trotz aller Action gibts während der Show auch Tips wie man sich verhalten soll, wenn man einmal einen gestrandeten Wal oder Delfin finden sollte. Wir haben uns von der tollen Choreografie mitreißen lassen und waren restlos begeistert .
Nach einem - wirklich guten ! und nicht sehr teurem ! - Essen ( hier wird wirklich niemand abgezockt) in einem der zahlreichen Restaurants ging es in die "Seal -Show".
Wer denkt , dass die Delfine an Witz nicht mehr zu überbieten sind hat seine Rechnung ohne die Seehunde gemacht.
Das sind die absoluten Clowns !!
Wenn man einige Minuten vor Showbeginn am Becken ist, kann man gut beobachten wie elegant und perfekt diese Tiere unter Wasser schwimmen. Die größte Überraschung für mich war aber wie geschickt sich die Seehunde an Land bewegen können.
Kleiner Tipp: Wenn man wasserscheu ist oder eine Kamera dabei hat sollte man die ersten 3 Reihen meiden. Und wenn man mit Kindern unterwegs ist oder mal einen Seehund streicheln will ist es von Vorteil wenn man sich in der linken unteren Ecke des Zuschauerraumes platziert.
Ein weiteres Highlight ist das Aquarium mit dem Haifisch-Tunnel. Leider können die Fotos aus dem Tunnel die Eindrücke nicht im geringsten wiedergeben so dass ich sie hier komplett weggelassen habe! Da hilft nur "selber kommen". Für mich war es echt ein Erlebnis "unsere Freunde" die ich in Südafrika Gottseidank nie zu Gesicht bekommen habe so nah ,so sicher und auch von unten betrachten zu können.
Tipp vom Erdmännchen:
Unbedingt einen ganzen Tag für die Erkundung des Parks einplanen !
Es kann aber durchaus vorkommen, dass die Zeit zu knapp wird um alles zu sehen. Deshalb gibts das "Comeback-Ticket" für 10 Euro. Damit kann man dann den Park innerhalb von 14 Tagen nochmals besuchen.
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